Patrick Stanke

Hairspray

by Timo Semmler

Casting mit dem Musical-Star
Von Manfred Görgens

Beim großen Vorsingen in Cronenberg mit Patrick Stanke ging es am Wochenende um die begehrten Rollen für die „Hairspray“-Show.

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Beim Casting für das Musical „Hairspray“: Miriam Kraft mit Patrick Stanke und Stefan Hüfner (vorne).

Wuppertal. Was von den Beatles? Ja, vielleicht das hier: „Can’t buy me love“. Die erste Zeile kommt flüssig, aber im Sprechgesang. Der Rest beschränkt sich auf gebrummeltes Lalala. „Da musst Du selbst lachen“, sagt Patrick Stanke zu dem jungen Mann, der auch gerne mal in solche Höhen aufsteigen würde wie der Musicalstar aus Wuppertal. Dass vor solchen Erfolg harte Arbeit gesetzt ist, scheint dem forschen Jüngling allerdings noch nicht klar zu sein. Ja, er singe regelmäßig, zum Beispiel unter der Dusche. Nun habe er es hier beim Casting im Theater in Cronenberg(TiC) einfach mal probieren wollen.
Annähernd 30 junge Leute sind dem Aufruf gefolgt. Zu besetzen sind Rollen im Musical „Hairspray“, in dem Stanke Regie führen wird. Während manchen schon im Warteraum vor Nervosität der Schweiß über die Stirn rinnt, hockt Dimitri aus Bottrop entspannt und wohlgelaunt neben Lia. Die erzählt ihm von ihrem Engagement im TiC. Mit dem von Lia erwähnten Stück und Autor weiß Dimitri nichts anzufangen. „Der zerbrochene Krug“ von Heinrich Kleist? Keine Ahnung. „Hairspray“ gefalle ihm. Den Aufruf zum Casting habe er bei Facebook entdeckt und sich spontan entschieden, nach Wuppertal zu fahren. Noten habe er dabei, jetzt warte er einfach mal, was da so komme.

Freie Fahrt für die Kandidaten – ohne Songwünsche und Regularien
Eingefahrene Regularien oder spezielle Songwünsche haben Patrick Stanke und der Musiker Stefan Hüfner allerdings nicht. Völlig offen hören sie sich an, was die hoffnungsvollen Jugendlichen ihnen präsentieren, gehen äußerst einfühlsam auf Stärken und Schwächen ein und treffen als versierte Profis ihre Wahl.
Sind letzte Details der Musikalität zu prüfen, schlägt Hüfner drei Tasten auf dem Klavier an und lässt die Probanden nachsingen. Bei Dimitri wird auf einen solchen Test verzichtet, er nimmt mit seinem Lieblingssong alle Hürden in einem Zug.
Auch Christina überzeugt stimmlich. „Sorry für meinen Gammelaufzug“, entschuldigt sie sich vor dem Casting. Sie habe noch eine Verabredung beim Handballverein. Was Laien sogleich irritieren würde, ist nicht die Kleidung, sondern Christinas Leibesfülle. „Aussehen spielt eine Rolle“, räumt Stanke ein, doch bedeute das nicht, dass man immer den gängigen Idealen entsprechen müsse. Für Christina sieht Stanke die Rolle der Tracy Turnblad, die trotz ihres Übergewichts vom Auftritt in einer großen Show träumt und sich durch Selbstbewusstsein letztlich auch behauptet.
Selbstbewusstsein zeigt Christina nach dem Vorsingen abermals beim Tanz. Nicht alle Bewegungen gehen ihr leicht von der Hand oder eben der Hüfte, aber sie strahlt mit solcher Überzeugung, dass die Juroren keinen Zweifel mehr haben. Für Musicalfans bedeutet das, dass sie Christina und die anderen Sieger des Castings bei der Premiere von „Hairspray“ am 20. April im TiC erleben dürfen. All denen, die es nicht geschafft haben, gibt Stanke auf den Weg, Ausdauer zu zeigen: „Was in diesem Jahr nicht klappt, kann im nächsten gelingen.“

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